Mein Fazit zum USA-Trip

USA - Colorodo 2018

Hallo Leute,

es ist schwierig, wenige Stunden nach der Ankunft in Deutschland die richtigen Worte zu finden. Trotzdem werde ich mein bestes geben.

Was war mein absolutes Highlight? Definitiv das American-Football Match Oakland Raiders vs. Denver Broncos. Ich wurde zwar bei 35 Grad und praller Sonne auf der Tribüne gegrillt und hatte auch einen ordentlichen Sonnenbrand, aber die Stimmung und die Spannung des Spiels machten alles wett.

Was hat mich für einen Moment besonders glücklich gemacht? Als ich von Glenwood Springs mit dem Amtrak-Zug zurück nach Denver gefahren bin, wurde ich kurz nach dem Start der Fahrt durch den Schaffner persönlich durch die Lautsprecher auf deutsch begrüßt. Mit den Worten: „Ich habe gehört, wir haben einen deutschen Gast in unserem Zug, wir möchten Ihn ganz herzlich bei unserer Fahrt nach Chicago über Denver begrüßen und wir müssen reden, da ihr Koffer etwas zu schwer ist.“ Nach einem kurzen Gespräch mit dem Schaffner, erledigte sich auch das Gewichtsproblem meines Koffers.

Was habe ich riskiert? Wie Ihr in den Vorberichten bereits mitgeteilt bekommen hattet, hatte ich bei der Anmietung die Möglichkeit ein Upgrade zu wählen und einen Dodge Challenger zu fahren. Natürlich ist das die Versuchung auch mal die Leistung des Fahrzeuges zu testen. Auf einer geraden Straße, wo man weit und breit alles gut überblicken konnte, war einfach niemand, und da habe ich mal drauf gedrückt. Bei 126 mph habe dann aufgehört. Das sind ca. 202 km/h. Ein kribbelndes Gefühl über die Straßen zu fegen, da dies mit harten Konsequenzen geahndet werden kann.

Was habe ich nicht erwartet? Der plötzliche Wetterumschwung am Pikes Peak. Eine kleine Vorahnung hatte ich bereits, als ich mich dafür entschied eine lange Hose anzuziehen und die kurzen Hosen im Koffer liegen zu lassen. Auf das T-Shirt hatte ich nicht verzichtet. Als ich dann am Shuttle-Service Punkt angekommen bin, bemerkte ich gleich den eisig kalten Wind. Schnell folgten eine warme Jacke und eine winddichte Jacke. Nachdem ich von diesem Punkt einige Bilder gemacht hatte, nutze ich den Shuttle-Service um an den höchsten Punkt zu kommen – Pikes Peak (Höhe 4302 m). Man bemerkte schnell das es sehr wolkig bzw. neblig war. Die Nebelwolken zogen sich immer weiter zusammen, sodass man irgendwann nur noch die obere Plattform sah und es begann zu schneien. Stark zu schneien, sodass zwischenzeitlich die Straße geschlossen werden musste. Mit dem Shuttle-Service gelangte ich dann doch noch zum Parkplatz und konnte die Fahrt mit dem Fahrzeug nach unten antreten. Nicht ungefährlich, da die Straßen nicht mit Leitplanken geschützt sind und es gut und gerne ein paar hundert Meter nach unten ging. Somit hatte ich an einem Tag nicht nur über 2000 Höhenmeter Unterschied, sondern auch gute 30 Grad Unterschied erlebt. Eine völlig neue Erfahrung.

Rudy´s? Gehört das zu mir? Gehöre ich dahin? Nachdem ich den Wintereinbruch auf Pikes Peak erlebt hatte, bin ich in Rudy´s BBQ gefahren. Super Fleisch. Man stoppt sich einfach voll.

Wie war die Ernährung? Leider sehr ungesund. Man war ständig in Fast-Food-Restaurants, wo man sich Burger etc. gegessen hatte und literweise Cola. Da man keinen festen „Wohnsitz“ über den Tag verteilt hatte, war es schlichtweg unmöglich selbst etwas zuzubereiten, da man ständig unterwegs war. Ich habe zwar durch die vielen Hikes einiges wett gemacht, aber einiges blieb doch wohl noch hängen. Dies gilt es in den nächsten Wochen loszuwerden. Das Wendy´s hat gut an mir verdient 😀

Was hat keinen Spaß gemacht? Die langen Autfahrten alleine. Ich hatte den Trip für 12 Tage alleine geplant. Ich habe insgesamt 2277 km zurück gelegt. Dabei fehlt dann doch tatsächlich mal eine weitere Person, die entlasten kann und einen Teil der Strecke fährt.

Was ging immer mehr auf die Nerven? Der Straßenverkehr. Das deutsche „Rechtsfahrgebot“ darf in den USA gerne eingeführt werden. Ein strukturiertes Chaos auf den Straßen. Die ganzen Blechlawinen die unabhängig von der Uhrzeit über die Straßen rollten, machten irgendwann überhaupt keinen Spaß mehr. Man ist diese übertriebene Gemütlichkeit nicht gewohnt.

Wie ließ sich die Höhe ertragen? Schwierig. Man muss sich gut aklimatisieren den eine Höhe jenseits der 3000 m, wenn man nur bis zu 100 m gewohnt ist, ist eine Herausforderung. Es gibt weniger Sauerstoff bei gleichzeitig trockener Luft, sodass man schnell auch mal ins Hechten kommt. Durch die Höhe hat man aber den enormen Vorteil, dass die Orte und Landschaften im Tal gut überblickt werden können.

Körperliche Herausforderung? Nicht anders wie in Deutschland, nur das man deutlich schneller aus der Puste ist. Ich hatte an einem Sonntag ca. 6 km in Denver gelaufen. Das war mit Abstand der anstrengendste Lauf meines Lebens, obwohl ich bereits deutlich höhere Distanzen gelaufen bin. Wobei ich gerade feststelle, dass meine Knie gut arbeiten mussten und die Bänder gut ziehen. Jetzt heißt es dran bleiben und die Form bewahren.

Airbnb-Hosts? Von 12 Nächten hatte ich 9 über Airbnb gebucht. Keine Stornierungen! Nur bei drei von den 9 hatte ich den „Vermieter“ persönlich angetroffen, was an sich nicht schlimm ist. Die Kommunikation lief gut über die App. Ich möchte wirklich niemandem zunahe treten, aber es kam schon das Gefühl auf, dass Airbnb in Deutschland eher so Nice-to-have gemacht wird und in den USA die Leute auf das Geld angewiesen sind. So waren auch einige Wohnungen / Häuser. Spärlich eingeräumt. Kein Auge für Style und Optik, eher zweckmäßig und leider auch teilweise total verdreckt. Gut, diese Bereiche wurden nicht genutzt, nur man sieht es eben.

Wie waren die Menschen vor Ort? Soooooooooo freundlich und nett. Man wurde ständig angesprochen. Sobald man anfing Englisch zu sprechen, bemerkten die, dass man kein Amerikaner ist, da der Dialekt eher dem britischen Englisch gleicht. Es waren alle gleich fasziniert von meiner geplanten Route. die Rocky Mountains sind aber auch einfach wunderschön. Ich bin in eine Highschool-Party geplatzt, habe in einem winzig kleinen Studio übernachtet und viele Menschen angetroffen. Jeder grüßt dich, beim Vorbeifahren wird die Hand zum Gruß gehoben, jeder entschuldigt sich, obwohl man selbst im Weg steht und es wird sich bei dir bedankt, auch wenn du nichts kaufst.

Die Zwischenstopps? Alles kleine Städte. Bewusst so gewählt. Wenn ich mir andere USA-Reiseberichte so lesen, drehen die sich um Kalifornien, New York oder Florida. Absolut Mainstream und irgendwie damit auch langweilig. Ich hatte ganz bewusst Orte gewählt, wo die Städte klein sind und die USA auch wie die USA erlebt werden kann, nicht die typischen Touristenorte.

Die Länge des Trips? 12 Tage. Da ich alleine unterwegs war tatsächlich etwas zu lang. Es hat bis zum Schluss absolut Spaß gemacht, nur irgendwann benötigt man einen Gesprächspartner und mitunter eine/n Motivator/in. Eine Abwechslung beim Fahren ist auch nicht schlecht.

Mit welchem Gefühl gehe ich nach Hause? Ganz sicher habe ich ein neues Zuhause gefunden. Wo meine Heimat ist, dass ist klar, aber ich habe mich dort absolut zuhause gefühlt. Da ich in den letzten 14 Monaten täglich über 5 Stunden gependelt bin, kam es mir auch überhaupt nicht weit vor. Der Hinflug dauerte über 10, der Rückflug über 8 Stunden.

Meine Meinung! Absolut empfehlenswert! Wunderschöne Orte und Landschaften, super freundliche und unkomplizierte Menschen.

Tibet

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